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Mission Possible

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Projekt

Ein (Buch)-Projekt, das  entsteht, indem viele Menschen zusammenarbeiten,
sich ergänzen, die eigenen Handlungsspielräume erweitern.

„NEULAND  mission-possible“

ist ab sofort zu beziehen über

www.neuland-mission-possible.de

198 Seiten  DIN A5

14,50 €

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Bild: Christian Büttner, Berlin

Weltweit sind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht.
Vor unserer Haustür, Mittelmeer, Libysche See, tausende Tote, ertrunkene Säuglinge.

27 Mai 2016 2 Kind kl

Bild: Christian Büttner, Quadrolux Berlin

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Mission Possible

… ist ein Aufschrei höchster Dringlichkeit …

… sich jenseits der Handlungsunfähigkeit der administrativen Politik unabhängig von Alter, Herkunft, Bildung, Geschlecht, Nationalität, Religion  und politischer Gesinnung zu ergänzen, die eigenen engen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und gemeinsam ungeahnte Handlungsräume und -fähigkeiten zu entfalten – mission possible.

Geplant ist ein handgreifliches, griffiges  Buch, praxisnah, von Aktivisten geschrieben, – Menschen die erklären, woher sie kommen, was sie wollen und wie sie es machen. Mit Beiträgen von Aktivisten von Sea-Watch, borderline-europe, afrique-europe-interact, red-cross italy, praxisnahen Kennern der Szene aus sozialpsychologischer Sicht und Menschen, welche die Flucht überlebt haben.

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Bild: Andreas Kuno Richter, Berlin

Auch Du kannst Teil von „mission possible“ sein. Beteilige Dich, dieses Buch möglich zu machen und den Druck und die Verbreitung zu unterstützten …

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Bild: Andreas Kuno Richter, Berlin

… dazu benötigen wir mentale, praktische und finanzielle Unterstützung …

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Bild: Christian Büttner, Berlin

… ´mission possible` ist eine Haltung. Zukunft ist möglich, indem wir uns beteiligen, anpacken, denken. Und auch anders handeln, als es manchmal vorgeschrieben ist.

Foto: Andreas Kuno Richter

Foto: Andreas Kuno Richter

Respekt, Toleranz, Menschlichkeit können nicht vordergründig demokratisch verhandelt werden.

– Sie sind Grundwerte, mit denen demokratische Prozesse erst einen Sinn haben.

Zivilbürgerliches Engagement ist emotional und praktisch näher am Menschen und immer schneller und konkreter, als durch formale Beschlüsse und politisches Kalkül herbeigeführte Abläufe.



Kurze Ausschnitte der persönlichen Beiträge im Buch sollen einen Vorgeschmack liefern:


Fabio (31) Student of architecture, Reggio Calabria. (Pfadfinder):

“Three years ago, when landings in the city have begun to be a routine, in Italy there was still the crime of illegal immigration. The refugees were crowded into the municipal gyms and could not get out. They were all day hanging on the fences looking out, surrounded by police. As a human I could not accept that those who escaped from war and suffering were locked up instead of helped, as well with other scouts decided to ask permission to enter in these first emergency camps. We did not have a written permit but we were allowed to enter, helped by the fact that we were wearing a uniform too, and that allowed us to not be controlled entrance and exit. We started to play with children and to provide toys and clothes for them, then also clothing for adults. Other associations of Catholic press began to do the same. A few months later was born the Ecclesiastical Coordination Emergency Landings, a coordination of associations that bring together resources and forces and that are related with the institutions with one voice.”

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Carola Rackete (29): Sea-Watch 2: Kapitän

„Nachdem die EU versäumt hat Italien finanziell zu unterstützen, um die Seenotrettungsmission MARE NOSTRUM zu verlängern, war auf einmal keiner mehr da, der diese Hilfe leisten konnte. In dieses Vakuum haben sich als erste zivile Organisationen MOAS und Sea-Watch aufgemacht, um Menschenleben zu retten. Die Sea-Watch 2015 war aber auch politische Meinungsäußerung: sogar eine zivile, in der Seenotrettung vollkommen unerfahrene NGO ist in der Lage Menschen zu retten, wieso tut sich die Marine der EU Staaten so schwer damit?

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Heute, 2016/2017, sind fast 10 zivile Seenotrettungsschiffe vor der lybischen Küste unterwegs und sie retten und transportieren tausende von Menschen in Zusammenarbeit mit der italienischen Küstenwache. Die Kriegsschiffe der verschiedenen EU Länder helfen dabei ebenfalls, wenn unbedingt notwendig, doch der Rettungseinsatz steht nicht in ihrem Mandat. Tatsächlich agieren deutsche Kriegsschiffe manchmal auch sehr nah an der lybischen Küste, die Marine spricht allerdings wenig darüber, denn afrikanischen Flüchtlingen nach Europa zu helfen ist in der derzeitigen Stimmung nicht populär.“

 

Werner Ruf, Prof. Dr., Politikwissenschaftler

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„[…] So produzieren „wir“ Hunderttausende, wenn nicht Millionen Flüchtlinge, die mit absoluter Sicherheit keine Chance auf Asyl in der EU haben werden, sollten sie die mehrfach lebensgefährliche Reise ins vermeintliche Paradies Europa überstehen, denn sie sind ja „Wirtschaftsflüchtlinge“, die nur in den allerseltensten Fällen eine individuelle politische Verfolgung nachweisen können. Die Festung Europa zieht nicht nur hohe Mauer hoch, sie hat auch viele Befestigungen im Vorfeld – und in ihrem Rechtssystem. Wie damit umgegangen wird, zeigt die im Handumdrehen betriebene Erklärung von Algerien, Marokko und Tunesien zu „sicheren Drittstaaten“: Egal, ob dort die eigene Bevölkerung gefoltert wird, ob Flüchtlinge in Massen in die Wüste gekarrt und dort von den LKWs abgekippt wird, ob Flüchtlingslager in der Nähe der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla brutal geräumt und niedergebrannt werden – „wir“ haben die Definitionsgewalt: Ungeachtet all dessen, was wir von Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international und vielen anderen sehr genau wissen, schaffen wir per Federstrich „sichere Drittstaaten“. Dass wir damit unsere eigenen Werte, unsere Rechtstaatlichkeit und Demokratie selbst verletzen, scheint niemanden zu kümmern.“

 

Barbara, Ärztin: (50), Sea-Watch 2, Schiffsärztin

„Das derzeit in der Presse oft gezeigte Bild des kleinen Omran, der dreck- und blutverschmiert da sitzt und nicht weiß, was geschieht – das könnte auch mein Vater sein, gut siebzig Jahre früher, nachdem die Häuser über dem Luftschutzbunker bombardiert worden waren, in dem er Unterschlupf gefunden hatte.

Ich dagegen bin im Frieden geboren. Weiß, europäisch, deutsch, verwöhnt und gefördert von meinen Eltern, ein Mädchen, das die Errungenschaften der Emanzipation bereits genießen durfte, katholisch getauft und dennoch frei im Denken. Ich kann reisen wohin ich will, arbeiten, was ich will, Kinder haben oder nicht, sexuelle Freiheiten ausleben oder nicht, mich kleiden, wie ich will und meine Meinung sagen.

Weil ich weiß bin, europäisch, deutsch.

Das ist nichts, worauf ich stolz bin. Stolz bin ich, wenn ich etwas daraus mache und auch anderen Menschen ermögliche, Chancen zu haben. Auch, wenn sie schwarz, afrikanisch, unterdrückt, zum Schweigen verurteilt, durch Religionen und Propaganda verdummt, traumatisiert, krank, behindert oder vernachlässigt sind.

Besonders berührend für mich war auf der Sea-Watch:

„Die Anonymität der Menschen auf dem Schlauchboot, wenn sie als kleine Pünktchen im Fernglas zwischen den Wellen auftauchten. Die zu Persönlichkeiten wurden, wenn wir mit ihnen redeten und scherzten. Sogar, die, die ertrunken waren und deren Fotos wir in den Händen hielten.

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Der Zusammenhalt unserer Besatzung aus Hippies, hierarchieresistent und unerfahren, aber voller Motivation, einfach zu machen statt immer nur zu reden und zu träumen. Und irgendwo da draußen, hinter diesen abgeriegelten Grenzen, all die, die nicht teilen wollen und die nichts so sehr fürchten wie Veränderungen.“

 

Ingo Werth, KFZ Mechaniker-Meister, head of mission SW 2

Sie hatten Wasser und Kekse an Bord, aber eine Chance Europa auf dem eigenen Kiel zu erreichen hatten sie nicht.  Ich frage, ob es sein Traum ist in Europa zu bleiben, er verneint, er will nur etwas Geld verdienen und so schnell wie möglich zu seiner Familie nach Ghana zurückkehren. „Ebo, wie hast Du die Überfahrt bezahlt, woher hattest Du das Geld ?“ Ich höre ihm zu, als er berichtet, dass er vor lauter Verzweiflung drei Wochen am Strand neben diesem kleinen 6.8m langen, blau roten Holzboot geschlafen hat, um ja nicht die Abfahrt zu verpassen „… und als sie das Boot zu Wasser gelassen haben bin ich einfach aufgesprungen und sie haben mich nicht weggeschickt ….“  Erst jetzt fällt mir auf, dass Ebo am Körper noch über und über mit Sand übersäht ist. Ebo ist geflohen, alleine, ohne Schuhe, mit einer zerschlissenen Hose und ohne Hemd. Mit einem Körper voller Narben und mit einer geschundenen Seele ist er einer von Dreien, der überlebt hat, weil sein Wille zu überleben stärker war als alle Menschenverachtung und Gewalt, die er in den letzten 18 Monaten ertragen musste.

Ich bin auf einer Veranstaltung auf einer deutschen Ferieninsel zu einem Vortrag und Gespräch eingeladen, der Saal ist voll, ich habe auch über Ebo berichtet, als ein älterer Herr  fragt :“ Und Sie, Herr Werth, wollen, dass alle diese Menschen zu uns nach Europa kommen ?“

„Ja“, sage ich, „ich möchte, dass Menschen wie Ebo eine faire Chance haben zu überleben, ja, ich möchte, dass Menschen wie Ebo zu uns nach Deutschland kommen und dass wir uns verantwortlich zeigen.“

Am Ende der Veranstaltung klatscht auch dieser Mann, vielleicht hat sich etwas getan, dann wären wir auf einem guten Weg.

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Martin Kolek (M.A.)(50)  Diplom-Musiktherapeut, Kinder – Jugendl.Psychoth. Sea-Watch2: 1 Offz.

[…] Ich griff die Leiche und drehte sie in Fahrtrichtung, hielt sie am Boot. Dieter hinter mir schnallte eine Rettungsweste, die Christian vorbereitet hatte, ans Fußgelenk. Das Meer und die Wellen ziehen die Menschen tendenziell aus. Alle waren jung. Einmal trafen wir auf einen jungen Mann, der eine Sweat-Jacke mit einem großen Union-Jack auf dem Rücken trug, kopfüber. Später entschied ich, jedem der gefundenen Menschen ins Gesicht zu schauen, bevor ich sie wieder abstieß. Eine vielleicht 40 jährige Frau trug ein langes schwarzes Kleid, bis zu den Knöcheln. Ein junges Paar schwamm, sich festhaltend unter der Wasseroberfläche. –„Vereint für immer“ – wer wollte wen nicht untergehen lassen? Dann kamen die Kinder, sie schwammen relativ tief im Wasser. Das Mittelmeer ist bei einer bestimmten Sonneneinstrahlung sozusagen wie Glas, – schwimmt da die Puppe eines Kindes? Nein – Mohamed Lidan und Maryam Hassar, – die Herausgeber dieses Buches, sechs und acht Monate alt.  Und dann war da Musik in der Luft, – unglaublich, Techno? Ein Gleichmaß der Schwebungen, – da ließe sich etwas machen, – wer hörte hier Musik? Spinnte ich?  Und später noch einmal, – ich fragte die anderen im Boot. Nein, es sei keine Musik, es sei die Stahlwinde der Nave Vega. Ich suchte den Horizont nach der Nave Vega ab und da war sie, – vielleicht 150 Meter entfernt – das graue Militärschiff – mit dem Bug gerade voraus und zog ein tropfenförmiges Netz mit der Winde schreiend, – vom Wind zu uns getragen – an Deck. Das Netz voller triefender Leichen. Wir hatten keine Zeit zum Denken, ab und zu fluchte mal jemand abgrundtief, manchmal musste ich, zerrissen von dieser Situation, singen – ein afrikanisches Lied, dass von dem hin und her – und dem „nicht wissen können“ erzählt, die existentielle Frage zuspitzt und hinausruft. Wir fanden bei sinkender Sonne niemanden mehr und fuhren zurück zur Sea-Watch2. Nach kurzer Pause bereiteten wir den Transport der 125 Menschen an Bord zur Überfahrt zu Nave Vega vor. Sie sollten vor Einbruch der Dunkelheit gegen 2000 auf der Nave Vega in Sicherheit sein.  Immer etwa 10 bis 12 Personen schipperten wir zu Vega, wo sie an der herabgelassenen Gangway freundlich aufgenommen wurden.  In der späten Dämmerung war Alles erledigt- wir nahmen hunderte Schwimmwesten mit zu uns zurück. Am nächsten Morgen bekamen wir unser Rafting-Boot zurück. Wir säuberten es sorgfältig.

Martin Kolek


 

 

 

 

 


 

Die Autoren und Autorinnen werden mehr und mehr.

ZUKUNFT GESTALTEN

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Never give up

Lever dot as slaav


Das Buch:

NEULAND mission-possible

„NEULAND  mission-possible“

erscheint Ende Februar 2017

198 Seiten  DIN A5

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Der Text der Umschlagrückseite:

Noch nie waren die Kommunikationsmöglichkeiten der Menschen auf diesem Planeten so komplex und differenziert. Noch nie könnten so viele Menschen versorgt werden und sicher leben.

Sollen unsere Kinder uns demnächst fragen: Sagt mal, was habt ihr da gemacht? Wie konnte das sein? Die Medien voller Fastfood, die Banken voller korrupter Manager, und wo wart ihr, um Euch um die Menschen zu kümmern?

Sollen wir dann sagen: „Wir haben das alles nicht gewusst. – Das war bei unseren Eltern auch schon so, wir fressen, was uns vorgekaut wird? Wir können nicht handeln, wir sitzen fest in unserer eigenen Brühe?“

Nein.

Erkennen – Entscheiden – Handeln

Wir leben nur einmal – never give up – Lever doot as slaav

ISBN 978-3-00-055793-4